Ein Pool voller Gedichte

Traue nur dir selbst, sonst niemanden! oder: Wie meine Küche auszog, das Gruseln zu lernen

Eines Tages, oder sollt ich lieber sagen: es war einmal,
da tat ich einen Fehler, der war im Nachhinein sehr fatal.
Doch lasst mich beginnen und erzählen, wie alles geschah,
und wie ich das Unheil leider nicht kommen sah.

Eine „Freundin“ – ihr Name klingt ähnlich wie Sperling, kam zu mir
und sprach noch ganz freundlich „Ich bräuchte die alte Küche von dir“.
Da wir gleich zwei hatten von dieser Sorte
und ich nicht allzu gern allzu viele Dinge horte,
sprach ich folgende Worte:
„Die Küche ist nicht ganz neu, schau sie dir lieber vorher an!
Da muss vielleicht mal ein Putzlappen ran.“
„Nein, nein – ich nehme sie auf jeden Fall!“, sprach sie dann,
und fragte noch, wann sie sie abholen kann.

Ich war ganz froh, denn in all dem damaligen Umzugsstress,
wollte ich Platz schaffen und entgegnete ganz kess:
„Du kannst sie haben, das Finanzielle klären wir später.“,
ohne zu merken, dass ich ihn mir damit zuschob, den schwarzen Peter.

„Klar, so machen wir’s!“, sprach M…..
[Ihr Name klingt so ähnlich wie Sandy.]

So trug es sich zu, dass sie bei mir in der Wohnung stand
und kurz darauf mit lieben Grüßen und der Küche verschwand.
In den nächsten Tagen wollte sie die erste Anzahlung bringen,
aber nach den ersten Verzögerungen begannen bei mir die Alarmglocken zu ringen.

„Mein Handy ist kaputt“, „Mir geht es nicht gut“ und anderes Sachen,
bekam ich per SMS – mir war langsam nicht mehr zum Lachen.

Die vereinbarten 200€ für eine [wohlgemerkt komplette] Küche war ihr zu teuer,
und mir war das ganze Hin und Her plötzlich nicht mehr ganz geheuer.
Ich wollte mit ihr den Preis neu verhandeln,
doch langsam begannen sich meine Gedanken zu wandeln.

Sie war shoppen, erzählte sie mir,
und ich wurde innerlich zum Tier.
Für die Küche habe sie kein Geld,
und ich dacht nur „DU BIST HIER NICHT ALLEIN AUF DIESER WELT!“.

Nun war guter Rat teuer, eine Lösung musste her.
Ich meinte zu ihr „Geld oder Küche her – aber bitte sehr!“.
Es gingen wieder einige Wochen ohne Nachricht ins Land,
bis plötzlich die Küche vor unserer Haustür stand.
Wohlgemerkt im tiefsten Winter und bei Schnee,
und ohne zu Klingeln – alles klar, ok.

Die Küche war wieder unser, doch in welchen Zustand nur?
Hier was und das was ab – da hilft nicht mal mehr ne Frischekur.
Na klar – sie war es nicht – auf keinen Fall!
Und plötzlich gab es einen großen Knall.
Das war mein Geduldsfaden, der da zeriss.
Ich dachte nur, was für ein Beschiss!

Auch der Herd kam ein paar Wochen später,
wieder ohne Klingeln – „Du Verräter! „,
dacht’ ich mir und packte auch den Herd nun in den Keller.
Ich hätt’ wohl nie gesehen einen Heller…

Wie ging sie nun aus, die Geschicht’?
Ich denk noch immer – „Dieser fiese, kleine Wicht“.
Ihr ist’s egal, sie ist fein raus
und ich hab wieder zwei Küchen hier im Haus.

Also wer noch was mit dieser Küche anfangen kann,
der soll sie haben – immer ran!

Was ich aus dieser Sache gelernt habe, soll ich sagen?
VERTRAU NUR DIR SELBST – sonst noch Fragen?

küchenkauf